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E&G Quaternary Science Journal An open-access journal of the German Quaternary Association
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Volume 63, issue 1
E&G Quaternary Sci. J., 63, 78–98, 2014
https://doi.org/10.3285/eg.63.1.05
© Author(s) 2014. This work is distributed under
the Creative Commons Attribution 3.0 License.
E&G Quaternary Sci. J., 63, 78–98, 2014
https://doi.org/10.3285/eg.63.1.05
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  29 Jun 2014

29 Jun 2014

Holotype skulls, stratigraphy, bone taphonomy and excavation history in the Zoolithen Cave and new theory about Esper’s “great deluge”

Cajus Diedrich Cajus Diedrich

Abstract. Kurzfassung: Die Zoolithenhöhle liegt entlang des Wiesenttals (Oberfranken, Bayern, Süd-Deutschland) und hat eine lange „Spatenforschungs“-Historie. Die Fundstelle ist von internationaler Bedeutung aufgrund ihrer fünf validen Holotypen-Eiszeittier-Schädeln des „Höhlenbären“ sowie Top-Prädatoren (Eiszeit-Löwe, -Hyäne, -Wolf und -Rotwolf). Das große Höhlensystem entwickelte sich auf drei Etagen und hat drei fluviale Haupt-Sedimentsequenzen inklusive zwei Haupt-Speleothem-Genesephasen unter wechselnden Ponor-, Trocken- und Nassphasen während des Oligozän/Miozän (Neogen) über das Pliozän/Frühpleistozän bis hin zum Spät-Pleistozän. Die ersten Höhlenbären-Populationen Oberfrankens mit Ursus deningeri nutzen die Höhle als Horst bereits im MIS 6–8 (Holstein-Interglazial/Saale-Glazial). Isolierte P4 Zahn- sowie die Schädelmorphotypen (= “Höhlenbären-Uhr”) datieren verschiedene Höhlenbären-Arten/Unterarten (U. spelaeus eremus/spelaeus, U. ingressus) in das Spät-Pleistozän (MIS 3–5d). Ihre Knochen wurden in etlichen Fällen zuerst durch Top-Prädatoren beschädigt. Letztendlich wurden die Knochen aller pleistozänen Großsäuger während des Hochglazials (= Last Glacial Maximum, Post-U. deninger-Zeit oder Postglazial) von zwei ehemaligen Eingangsbereichen in Höhenlagen um 455 m NHN bis zu 30 Meter in tiefere Höhlenbereiche besonders über die Vertikalschäfte durch Hochflutereignisse verschwemmt. Dieses wurde in historischer Zeit als „biblische Sintflut“ interpretiert. Die jüngsten „Flussterrassen-Dolomitkiese“ in Höhlenlagen um 455 m NHN werden als Reliktsedimente in verschiedenen Höhlen um Muggendorf angetroffen und können in solchen extremen Höhenlagen 130 Meter über der heutigen Wiesent nicht mehr mit „natürlicher Erosion/Flussterrassenstratigraphie“ erklärt werden. Sie müssen im noch unklaren glazialen Kontext stehen. Letztendlich hinterließen Eisenzeit-La Tène-Menschen Sekundärbestattungen (Schädel, Langknochen, Keramik und Jenseits-Nahrungs-Haustier-Beigaben) nur im ersten tiefen Vertikalschaft (= Aufzugschacht), ähnlich wie in der nahegelegenden Esperhöhle.

Publications Copernicus
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